Alles über Treuhänder und deren Pflichten und Rechte

Übersetzt von Katharina Groß - 2019

 

Treuhänder

Überarbeitet von JULIA KAGAN       

Aktualisiert am 25. Juni 2019

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Treuhänder? Investment Treuhänder
Treuhänder erklärt Eignung gegenüber Treuhandstandard
Treuhänder / Begünstigter Die Eignungsregel
Vorstandsmitglied / Gesellschafter Die kurzlebige Treuhandregel
Treuhänder als Vollstrecker Treuhandrisiko
Guardian / Ward Treuhänder Treuhandversicherung
Rechtsanwalt / Treuhänder Richtlinien für Investment-Treuhänder
Treuhänder / Bevollmächtigter Aktuelle Treuhandbestimmungen

 

Was ist ein Treuhänder?

 

Ein Treuhänder ist eine Person oder Organisation, die im Namen einer anderen Person oder mehreren Personen handelt, um Vermögenswerte zu verwalten. Im Wesentlichen schuldet ein Treuhänder diesem Anderen die Pflichten von Treu und Glauben. Die höchste rechtliche Verpflichtung einer Partei gegenüber einer anderen, ein Treuhänder zu sein, erfordert, ethisch verpflichtet zu sein, im besten Interesse des/der anderen zu handeln.

 

Ein Treuhänder ist möglicherweise auch für das allgemeine Wohlergehen einer Person verantwortlich, aber die Aufgabe umfasst in der Regel die Verwaltung von Finanzen und Vermögen einer Person oder einer Gruppe von Personen. Geldverwalter, Finanzberater, Banker, Wirtschaftsprüfer, Testamentsvollstrecker, Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte der Gesellschaft tragen treuhänderische Verantwortung.

 

Wie sich die Treuhandregel auswirken kann

 

Die Verantwortlichkeiten oder Pflichten eines Treuhänders sind sowohl ethisch als auch rechtmäßig. Wenn eine Partei die Treuhandpflicht wissentlich im Namen einer anderen Partei annimmt, muss sie im besten Wissen und Interesse des Auftraggebers oder der Partei, deren Vermögen sie verwaltet, handeln. Dies ist seine Sorgfaltspflicht. Der Treuhänder ist zudem zur Anfertigung von ordnungsmäßigen Aufzeichnungen über das Treugut und der Rechnungslegung verpflichtet (§ 259 BGB). Er muss streng darauf achten, dass kein Interessenkonflikt zwischen ihm und seinem Auftraggeber entsteht. Es wird zudem erwartet, dass der Treuhänder das Vermögen nicht zu seinem eigenen Vorteil verwaltet und nicht persönlich von der Verwaltung des Vermögens profitiert. In den meisten Fällen darf aus dieser Beziehung kein Gewinn gemacht werden, es sei denn, eine ausdrückliche Zustimmung erfolgt zu Beginn der Beziehung. In Großbritannien dürfen Treuhänder nach einem Urteil des englischen High Court, Keech vs. Sandford (1726), nicht von ihrer Tätigkeit profitieren. Nur wenn der Auftraggeber seine Zustimmung erteilt, kann der Treuhänder die erhaltene Leistung behalten. Diese Vorteile können entweder monetär sein oder allgemeiner als "Chance" definiert werden.

 

 

Treuepflichten kommen in vielen Geschäftsbeziehungen vor, darunter:

 

  • Treuhänder und Begünstigter (die häufigste Art)
  • Mitglieder des Verwaltungsrates und Aktionäre
  • Vollstrecker und Legaten
  • Vormund und Minderjähriger
  • Veranstalter und Aktienabonnenten
  • Anwälte und Mandanten
  • Investmentgesellschaften und Investoren

 

Treuhänder / Begünstigter

 

Bei Nachlassvereinbarungen und durchgeführten Trusts handelt es sich um einen Treuhänder und einen Begünstigten. Eine als Treuhänder oder Nachlassverwalter bezeichnete Person ist der Treuhänder, und der Begünstigte ist der Auftraggeber. Im Rahmen einer Treuhand- und Begünstigungspflicht besitzt der Treuhänder ein rechtmäßiges Eigentum an dem Vermögen oder den Vermögenswerten des Auftraggebers und verfügt über die erforderlichen Befugnisse, um diese Vermögenswerte zu verwalten.

 

Der Treuhänder muss dabei immer Entscheidungen treffen, die im besten Interesse des Begünstigten sind, da dieser einen angemessenen Eigentumsanspruch hat. Die Beziehung zwischen Treuhänder und Begünstigtem ist enorm wichtig, besonders wenn es sich um die der Nachlassplanung handelt. Hier sollte besonders darauf geachtet werden, wer als Treuhänder bestimmt wird.

 

Politiker gründen oft BlindTrust, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Beim Blind Trust hat der Treuhänder volle Entscheidungsfreiheit über das Vermögen und die Berechtigten keine Kenntnisse über die Bestände. Sprich, es herrscht Unkenntnis über die konkreten Vermögenswerte. Aber, selbst wenn der Begünstigte keine Kenntnis hat, hat der Treuhänder die treuhänderische Pflicht, den Trust seinen gemäß Pflichten anzulegen.

 

Pflichten und Rechte

 

Ein Treuhänder ist aufgrund eines Treuhandvertrages gesetzlich dazu verpflichtet, die Interessen eines Rechtssubjekts wahrzunehmen. Er handelt im Namen einer Person oder einer Gruppe und verwaltet Vermögenswerte. Der Treuhänder muss verschiedene Treuepflichten erfüllen. Ein Investment-Treuhänder zum Beispiel ist in der rechtlichen  Pflicht das Geld eines anderen verantwortungsvoll zu verwalten, beispielsweise als Mitglied eine Investment-Komitees einer Wohltätigkeitsorganisation. Registrierte Anlageberater sind ebenfalls gegenüber Kunden treuhänderisch verpflichtet. Broker-Dealer dagegen haben mehr Handlungsspielraum. Sie müssen einen weniger strengen Eignungsstandard erfülle und ihre Interessen nicht hinter die des Kunden stellen.

 

Vorstandsmitglied / Gesellschafter

 

Eine Treuhandpflicht kann von Unternehmensleitern ausgeübt werden, da sie als Treuhänder für Aktionäre im Verwaltungsrat einer Gesellschaft oder als Treuhänder von im Dienst eines Direktors einer Bank gelten können. Ihre Aufgaben umfassen:

 

  • Die Sorgfaltspflicht

 

Die Sorgfaltspflicht befasst sich mit der gilt für die Art und Weise, wie der Vorstand Entscheidungen trifft und wie dieser die Zukunft des Geschäfts beeinflussen. Der Vorstand hat die Pflicht, alle möglichen Entscheidungen und deren Auswirkungen auf das Geschäft umfassend zu untersuchen. Wenn der Vorstand für die Wahl eines neuen CEO stimmt, sollte die Entscheidung nicht ausschließlich auf seiner Meinung über den möglichen Kandidaten basieren. Es liegt in der Verantwortung des Verwaltungsrats, alle Bewerber ausführlich zu interviewen und zu testen, um sicherzustellen, dass die beste Person für den Job gefunden wird.

 

  • Die Pflicht, in gutem Glauben zu handeln

 

Selbst nachdem alle Optionen gründlich geprüft wurden, hat der Verwaltungsrat die Verantwortung, die Option auszuwählen, die dem besten Interesse des Unternehmens und seiner Aktionäre entspricht.

 

  • Die Pflicht zur Loyalität

 

Zudem ist der Vorstand verpflichtet, dem Unternehmen gegenüber loyal zu sein. Er darf keine eignen Interessen über die des Unternehmens stellen. Die Mitglieder des Verwaltungsrats dürfen zudem keine persönlichen oder beruflichen Geschäfte tätigen, bei denen es zu einem Interessenkonflikt mit dem Unternehmen, einem Dritten oder bestimmten Mitarbeitern kommt. Verstößt ein Mitglied des Verwaltungsrates gegen seine Treuhandpflicht, kann er von der Gesellschaft oder ihren Aktionären rechtlich zur Verantwortung gezogen werden.

 

Treuhänder als Vollstrecker

 

Treuhandgeschäfte lassen sich auch für bestimmte oder einmalige Transaktionen durchführen. Beispielsweise wird eine Treuhandurkunde verwendet, um Eigentumsrechte bei einem Verkauf zu übertragen, wenn ein Treuhänder im Namen des Eigentümers als Ausführender den Verkauf abwickelt. Eine Treuhandurkunde kommt zur Anwendung, wenn zum Beispiel ein Immobilieneigentümer verkaufen will, aber aufgrund von Krankheit, Inkompetenz oder anderen Umständen nicht in der Lage ist, das Geschäft persönlich abzuwickeln, und jemanden benötigt, der ihn vertritt.

 

Der Treuhänder ist gesetzlich verpflichtet, dem potenziellen Käufer den tatsächlichen Ist-Zustand der Immobilie mitzuteilen. Er darf keine finanziellen Vorteile aus dem Verkauf ziehen. Wenn der Eigentümer verstorben ist und sein Eigentum Teil eines Erbes ist, das der Aufsicht oder Verwaltung bedarf, wird ebenfalls eine Treuhandurkunde herausgegeben.

 

Vormund / Minderjähriger

 

In einem Vormund / Minderjähriger-Verhältnis wird die gesetzliche Vormundschaft eines Minderjährigen auf einen Erwachsenen übertragen. Als Treuhänder hat der Vormund dafür zu sorgen, dass ein minderjähriges Kind angemessen betreut wird. Dazu gehört auch, dass entschieden wird, wo das minderjährige Kind die Schule besucht, wie das minderjährige Kind angemessen medizinisch betreut wird, wie sein Wohlergehen erhalten bleibt und vieles mehr. Ein Erziehungsberechtigte in Form eines Vormunds wird vom staatlichen Gericht gewährt, wenn der natürliche Erziehungsberechtigte (Eltern) eines minderjährigen Kindes nicht mehr in der Lage sind, dieses zu betreuen. In den meisten Staaten bleibt die Beziehung zwischen Vormund und Minderjährigen bestehen, bis das Kind das Erwachsenenalter erreicht hat.

 

Rechtsanwalt / Mandat

 

Die Beziehung zwischen Anwalt und Mandat ist wohl eine der strengsten. Der Oberste Gerichtshof der USA erklärt, dass ein Höchstmaß an Vertrauen zwischen Anwalt und Mandanten bestehen muss - und dass ein Anwalt als Treuhänder bei jeder Vertretung und jedem Umgang mit dem Mandanten mit absoluter Fairness, Loyalität und Treue handeln muss. Anwälte haften für die Verletzung ihrer Treuepflichten und sind dem Gericht gegenüber verantwortlich.

 

Auftraggeber / Beauftragter

 

Ein allgemeineres Beispiel für eine Treuhandpflicht ist die Beziehung zwischen Auftraggeber und Beauftragter. Jede Person, Körperschaft, Personengesellschaft oder Regierungsbehörde kann als Auftraggeber auftreten, solange sie die Rechtsfähigkeit dazu besitzt. Im Rahmen einer Haupt- / Vertreterpflicht wird ein Vertreter ober Beauftragter gesetzlich dazu ernannt, im Namen des Auftraggebers zu handeln, ohne dass dabei ein Interessenkonflikt entsteht.

 

Investment-Treuhänder

 

Obwohl es den Anschein hat, als wäre ein Investment-Treuhänder ein Finanzfachmann (Geldverwalter, Banker usw.), ist er in Wirklichkeit ein Investment-Treuhänder, da er die rechtliche Verantwortung für die Verwaltung des Geldes einer anderen Person trägt. Das heißt, wenn wer sich freiwillig dazu bereit erklärt, im Investitionsausschuss des Vorstands einer Wohltätigkeitsorganisation oder anderen Organisation zu sitzen, hat automatisch eine treuhänderische Verantwortung. Man ist dann in einer Vertrauensstellung, und es kann Konsequenzen haben, wenn dieses Vertrauen gebrochen wird. Die Einstellung eines Finanz- oder Investmentexperten entbindet die Ausschussmitglieder auch nicht von ihren Pflichten. Sie sind weiterhin verpflichtet, die Tätigkeiten des Sachverständigen sorgfältig auszuwählen und zu überwachen.

 

Eignung gegenüber Treuhandstandard

 

Wenn der Anlageberater ein registrierter Anlageberater ist, teilt er die treuhänderische Verantwortung mit dem Anlageausschuss. Ein Broker, der für einen Broker-Dealer arbeitet, kann die Verantwortung nicht teilen. Einige Maklerfirmen wollen oder erlauben nicht, dass ihre Makler Treuhänder sind.

 

Anlageberater, die in der Regel gebührenpflichtig tätig sind, sind an einen Treuhandstandard gebunden, der in jedem Land anderes geregelt ist. In der Regel werden si überprüft und reguliert. Das Gesetz definiert ziemlich konkret, was die Pflichten und Rechten eines Treuhänder sind, und legt eine Pflicht zur Loyalität und Fürsorge fest, was bedeutet, dass der Anlageberater die Interessen seiner Kunden über seine eigenen stellen muss.

 

Beispielsweise kann der Anlageberater keine Wertpapiere kaufen, bevor er nicht vom  Kunden die Erlaubnis dazu erhält. Auch ist es ihm untersagt, Geschäfte zu tätigen, die zu höheren Provisionen für den Berater oder seine Firma führen. Dies bedeutet auch, dass der Anlagenberater sein Möglichstes tun muss, um sicherzustellen, dass die Anlageberatung anhand genauer, ehrlicher und vollständiger Informationen erfolgt. Im Grunde genommen, muss die Analyse und Beratung so gründlich und genau wie möglich erfolgen. Die Vermeidung von Interessenkonflikten ist dabei enorm wichtig. Das bedeutet, ein Berater muss potenzielle Konflikte offenlegen, um die Interessen des Kunden zu wahren. Darüber hinaus ist der Anlageberater in der Verantwortung, die Finanzgeschäfte und den Wertpapierhandel effizient und mit möglichst geringen Kosten durchzuführen.

 

Die Eignungsregel

 

Broker-Dealer, die häufig mit Provisionen entschädigt werden, müssen in der Regel nur eine Eignungspflicht erfüllen. Das bedeutet, es reicht, wenn sie Empfehlungen abgeben, die den Bedürfnissen und Präferenzen des Kunden entsprechen. Broker-Dealer werden von der Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) reguliert. Aber anstatt ihre Interessen unter die des Kunden  zu stellen, enthält der Eignungsstandard nur Angaben, dass der Broker-Händler nach vernünftigem Ermessen handeln muss und die finanziellen Bedürfnisse, Ziele und besonderen Umstände des Kunden berücksichtigen sollte. Was die Loyalität betrifft, gibt es ebenfalls Unterschiede: Die Loyalität eines Maklers ist gegenüber seinem Arbeitgeber, dem Makler-Händler und nicht gegenüber seinem Kunden.

 

Andere Pflichten verlangen vom Broker, dass er sicherstellt, das die Transaktionskosten nicht zu hoch sind und seine Empfehlungen für den Kunden nicht ungeeignet sind. Die Eignung verletzen kann ein übermäßiger Handel, das Abwälzen des Kontos, um mehr Provisionen zu generieren oder das häufige Wechseln des Kontovermögens, um Transaktionserträge für sich oder die Firma zu generieren. Potenzielle Interessenkonflikte muss der Börsenmakler nicht unbedingt offenlegen. Die Anlageentscheidungen müssen lediglich für den Kunden geeignet sein. Sie dürfen aber für den Broker vorteilhafter sein. Die Hauptverantwortung des Maklers liegt also immer bei seinem Unternehmen, nicht beim Kunden.

 

Konflikte mit Brokern

 

Der Eignungsstandard kann zu Konflikten zwischen einem Broker und  einem Kunden führen. Der am häufigsten vorkommende Konflikt hat mit Entschädigung zu tun. Gemäß einem Treuhandstandard ist es einem Anlageberater strengstens untersagt, einen Investmentfonds oder eine andere Finanzanlage für einen Kunden zu kaufen, die dem Broker eine höhere Gebühr oder Provision einbringt, als dem Kunden. Aber ansonsten kann eine Investition für den Kunden gekauft werden, wenn diese geeignet erscheint. Maklern verkaufen deshalb auch oft ihre eigenen Produkte.

 

Die kurzlebige Treuhandregel

 

Die "Eignung" war lange Zeit ein Standard für Transaktions- oder Maklerkonten. Doch dann verschärfte das Arbeitsministerium die Bedingungen für Makler. Jeder, der Pensionsgelder verwaltet und Empfehlungen oder Bewerbungen für eine private Altersvorsorge oder andere steuerlich begünstigte Pensionskasse abgibt, wird als Treuhänder betrachtet und ist demnach verpflichtet, diesen Standard mit allen einhergehenden Pflichten einzuhalten.

 

Diese neue Treuhandregel wurde lange nicht umgesetzt. Sie sollte im Jahr 2010 in Kraft treten, wurde aber erst Ende 2017 verabschiedet, Präsident Trump zuerst keine Notwendigkeit sah, die geltenden Regeln zu ändern. Mittlerweile wurde die Umsetzung mit einer Übergangsfrist eingesetzt.

 

Treuhandrisiko

 

Wenn ein Treuhänder nicht im besten Interesse des Begünstigten handelt, wird das als "Treuhandrisiko" bezeichnet. Dies bedeutet nicht nur, dass der Treuhänder das Vermögen des Begünstigten zu seinem eigenen Vorteil nutzt, sondern beinhaltet auch das Risiko, dass der Treuhänder nicht den besten Wert für den Begünstigten erzielt.

 

Wenn ein Fondsmanager mehr Geschäfte tätigt als für das Portfolio eines Kunden erforderlich ist, ist das ein Treuhandrisiko, da der Fondsmanager die Gewinne des Kunden langsam untergräbt, indem er höhere Transaktionskosten verursacht, als erforderlich sind.

 

Wenn ein natürliche oder juristische Person, die gesetzlich zur Verwaltung eine Vermögens ernannt wurde, ihre Befugnisse auf unethische oder illegale Weise nutzt, um finanzielle Vorteile zu erzielen, wird das als Treuhandmissbrauch oder Treuhandbetrug bezeichnet.

 

Treuhandversicherung

 

Ein Unternehmen kann die eigenen Treuhänder wie den Geschäftsführer, leitende Angestellte, Mitglieder des Aufsichtsrats und andere versichern. Die Treuhandhaftpflichtversicherung schließt Lücken, die bei der herkömmlichen Absicherung eines Arbeitnehmers oder in einem Arbeitsvertrag bestehen. Die Versicherung bietet finanziellen Schutz, wenn es zu einem Rechtsstreit kommt. Zum Beispiel wenn es zu Missmanagement von Geldern oder Investitionen kommt, ein Verwaltungsfehler passiert oder sich Ausschüttungen verzögern. Auch bei einer Änderung oder Kürzung der Leistungen oder fehlerhaften Empfehlungen greift die Versicherung.

 

Richtlinien für Investment-Treuhänder

 

Die gemeinnützige Stiftung für Treuhandstudien, die in den USA gegründet wurde, hat eine Anleitung für Investment-Treuhänder  erstellt und Richtlinien definiert:

 

Schritt 1: Organisieren

 

Der Prozess beginnt damit, dass sich Treuhänder über Gesetze und Regeln informieren müssen, die für sie und ihre Tätigkeit gelten. Sobald Treuhänder ihre maßgeblichen Regeln festgelegt haben, müssen sie die Rollen und Verantwortlichkeiten aller am Prozess beteiligten Parteien definieren. Bei Inanspruchnahme von Wertpapierdienstleistern sollten etwaige Dienstleistungsvereinbarungen schriftlich erfolgen.

 

Schritt 2: Formalisieren

 

Die Formalisierung des Anlageprozesses beginnt mit der Erstellung von Zielen und Vorgaben. Treuhänder sollten Faktoren wie den Anlagehorizont, ein akzeptables Risikoniveau und die erwartete Rendite ermitteln. Durch die Identifizierung dieser Faktoren schaffen Treuhänder einen Rahmen für die Bewertung von Anlageoptionen.

 

Zudem müssen die Treuhänder geeignete Anlageklassen auswählen, die es ihnen ermöglichen, ein diversifiziertes Portfolio mit einer vertretbaren Methodik zu erstellen. Die meisten Treuhänder wenden hierfür die moderne Portfoliotheorie (MPT) an, da MPT eine der am meisten akzeptierten Methoden zur Erstellung von Anlageportfolios ist, die auf ein gewünschtes Risiko- / Ertragsprofil abzielen.

 

Schließlich sollte der Treuhänder diese Schritte formalisieren, indem er eine Erklärung zur Anlagepolitik erstellt, welche Details enthält, die zur Umsetzung einer bestimmten Anlagestrategie erforderlich sind. Nun ist der Treuhänder bereit, die in den ersten beiden Schritte des Investitionsprogramms umzusetzen.

 

Schritt 3: Implementieren

 

In der Umsetzungsphase werden bestimmte Anlagen oder Anlageverwalter ausgewählt, um die in der Erklärung zur Anlagepolitik aufgeführten Anforderungen zu erfüllen. Ein Due-Diligence-Prozess muss entwickelt werden, um potenzielle Investitionen zu bewerten. Der Due Diligence-Prozess sollte Kriterien beinhalten, die zur Bewertung und Filterung des Pools potenzieller Anlageoptionen verwendet werden.

 

Die Implementierungsphase wird in der Regel mit Unterstützung eines Anlageberaters durchgeführt, da vielen Treuhändern Ressourcen fehlen, um diesen Schritt durchzuführen. Wenn ein Berater zur Unterstützung der Umsetzungsphase eingesetzt wird, müssen Treuhänder und Berater kommunizieren, um sicherzustellen, dass bei der Auswahl von Anlagen oder Managern ein vereinbarter Due Diligence-Prozess angewendet wird.

 

Schritt 4: Überwachen

 

Der letzte Schritt ist der zeitaufwändigste und am meisten vernachlässigte Teil des Prozesses. Einige Treuhänder verspüren keine Dringlichkeit was die Überwachung angeht. Besonders, wenn sie die ersten drei Schritte richtig gemacht haben. Treuhänder sollten ihre Pflichten aber nicht vernachlässigen, da sie immer gleichermaßen für Fahrlässigkeit haften können.

 

Um den Anlageprozess ordnungsgemäß zu überwachen, sollten Treuhänder regelmäßig Berichte überprüfen, in denen die Wertentwicklung der Geldanlagen mit dem entsprechenden Index und der entsprechenden Vergleichsgruppe verglichen wird. So lässt sich feststellen, ob die Ziele der Anlagepolitik erreicht werden. Es reicht nicht aus, nur die Leistungsstatistik zu überwachen.

 

Treuhänder müssen darüber hinaus qualitative Daten und Änderungen in der Organisationsstruktur überwachen. Wenn die Anlageentscheider eines Unternehmens ausgeschieden sind oder sich deren Befugnisse geändert haben, müssen Treuhänder überlegen, wie sich diese Informationen auf die zukünftige Wertentwicklung auswirken können.

 

Zusätzlich zu den Leistungsüberprüfungen müssen Treuhänder die Kosten prüfen, die bei der Durchführung des Prozesses anfallen. Treuhänder sind nicht nur dafür verantwortlich, wie Geldmittel angelegt werden, sondern auch dafür, wie Geldmittel ausgegeben werden. Geldanlagegebühren wirken sich direkt auf die Wertentwicklung aus, und Treuhänder müssen sicherstellen, dass die für die Anlageverwaltung gezahlten Gebühren fair und angemessen sind.

 

Aktuelle Treuhandbestimmungen

 

Das Finanzministerium ist für die Regulierung der Bundessparkassen und ihrer treuhänderischen Tätigkeiten zuständig. Treuhandpflichten können zuweilen in Konflikt miteinander stehen, ein Problem, das häufig bei Immobilienmaklern und Rechtsanwälten auftritt. Zwei gegensätzliche Interessen können bestenfalls ausgeglichen werden. Ein Interessenausgleich ist jedoch nicht dasselbe wie das Wohl des Kunden.

 

Treuhandbescheinigungen werden auf staatlicher Ebene verteilt und können von den Gerichten widerrufen werden, wenn festgestellt wird, dass eine Person ihre Pflichten missachtet. Um zertifiziert zu werden, muss ein Treuhänder eine Prüfung bestehen, die sein Wissen über Gesetze, Praktiken und sicherheitsbezogene Verfahren wie Hintergrundprüfungen und Überprüfungen abfragt. Freiwillige Mitglieder des Aufsichtsrates benötigen keine Zertifizierung. Die Due Diligence umfasst jedoch die Sicherstellung, dass die in diesen Bereichen tätigen Fachkräfte über die entsprechenden Zertifizierungen oder Lizenzen für die von ihnen ausgeführten Aufgaben verfügen.

 

Quelle: investopedia.com

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