Was erklärt die Eigenkapitalrentabilität im Bankensektor?

Auszug: Equity Returns in the Banking Sector in the Wake of the Great Recession and the European Sovereign Debt Crisis. S. 10-12.

Datum der Veröffentlichung: 2012

Jorge A. Chan-Lau, Estelle X. Liu, and Jochen M. Schmittmann

Übersetzt von Inga H.

 

Wir verwenden feste Panelanalysen, um die Auswirkungen von Wachstum, Länderrisiko, Finanzielle Förderung und die Investorenstimmung auf die Eigenkapitalrendite der Banken, zu bewerten. Tabelle 1 fasst die drei wichtigsten Modellspezifikationen zusammen, die während des Stichprobenzeitraums Januar 2006 bis Oktober 2011 eingeschätzt wurden. Die Irrtumswahrscheinlichkeit ist durch die standardisierte Stern Beschreibung dargestellt, die Standardfehler sind mit runden Klammern gekennzeichnet.

Tabelle1

Spalte 1 enthält nur die Staats- und Wirtschaftslage im Euroraum und in den USA.

Die Spalte 2 fügt den VIX als Maß für die Unsicherheit auf den Finanzmärkten hinzu. Die Spalte 3 ergänzt die kurz- und langfristigen Finanzierungsbedingungen für Banken. In den nachfolgenden Tabellen geben wir nur die Spezifikation in Spalte 3 an. *1* Das simple Modell in Spalte 1 erklärt etwa 18 Prozent der Schwankungen der Aktienrenditen der Banken.

Das Hinzufügen des VIX und der Gründungsbedingungen trägt nur geringfügig zur Erklärungskraft bei.

Die Ergebnisse zeigen eine starke negative Korrelation zwischen den Bankrenditen und den Staatsbelastungen i n GIIPS (Griechenland, Italien, Irland, Portugal, Spanien) zuzüglich Belgien.

Der Anstieg des PMI im Euroraum, sowie unsere Kennzahlen für die Wirtschaftslage, korrelieren positiv mit den Renditen der Bankaktien unserer Stichproben.

Die Finanzierungsengpässe, gemessen an dem Vergleich der Differenz des Austausches der Euro-denominierten Bankanleihen, weist eine negative Korrelation mit den Aktienüberschussrenditen auf.

Als Maß für die kurzfristigen Finanzierungsbedingungen ist der „Spread“ Euribor-OIS unbedeutend.

Mögliche Erklärungen hierfür sind die hohe Kollinearität mit anderen Variablen, und der durch den Euribor-OIS-Spread erzielte Finanzierungsdruck, welcher auf Veränderungen der Bankbilanzen reagieren kann. Diese sind auf Wertänderungen von Staatsanleihen zurückzuführen.

Überraschenderweise wird der PMI der USA, negativ mit den Renditen in Verbindung gebracht. Dieses Ergebnis kann durch die Betrachtung rationalisiert werden.

Die US-Wirtschaft wurde ebenso wie das weltweite Bankensystem von der Großen Rezession von 2008 teilweise aufgrund des Run on Repo von der europäischen Schuldenkrise betroffen (Duffie, 2010; Gorton, 2010) Die wirtschaftliche Entkopplung der USA und des Euroraums kann analysiert werden, indem das Beispiel in zwei Perioden geteilt wird. Hier ist ersichtlich, dass die frühere Periode der globalen Rezession 2008 entspricht und die zweite der europäischen Staatsschuldenkrise.

Die erste Phase beginnt im Jahr 2007, als Probleme auf dem US-Hypothekenmarkt zum ersten Mal aufkamen. Das führte zu den weit verbreiteten Bankbelastungen. Im September 2008 kulminierte das mit dem Zusammenbruch von den Lehman Brothers. Die zweite Phase begann 2009 mit Zweifeln an der Finanzlage Griechenlands, es stellte sich s letztendlich heraus, dass diese die anhaltende europäische Staatsschuldenkrise beeinflussen würde.

Um diesen beiden Krisenzeiträumen Rechnung zu tragen, enthält Tabelle 2 Panel-Regressionsergebnisse für zwei Zeiträume: 2006-08 und 2009-11 (Oktober). Im Einklang damit, dass die letztgenannte Phase eine Staatsschuldenkrise im Euro-Währungsgebiet war, haben die Euro-Peripherieländer Belastungsmessungen durchgeführt um zu prüfen ob der Euro-Einkaufsmanagerindex im Zeitraum 2009-2011 größere Auswirkungen hat. Die höheren Auswirkungen von Staatsschulden könnten die verstärkte Konzentration auf Länderengagements widerspiegeln, was im Falle europäischer Banken mit den von der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) durchgeführten Stresstests und der damit verbundenen Offenlegung von Bankdaten deutlich wurde. Wie oben erwähnt, weist der US-Einkaufsmanagerindex in der zweiten Periode ein negatives Vorzeichen auf, was darauf hindeutet, dass die USA etwas von den Entwicklungen in Europa abgekoppelt sind. Die Marktschwankung (VIX) ist nur in der ersten Periode signifikant. Dies stimmt mit der intuitiven Erklärung überein, dass sich die globale Rezession 2008 stärker auf die Vereinigten Staaten konzentrierte. Im Gegensatz dazu sind Finanzierungsstressmaßnahmen in Euro in der zweiten Hälfte der Stichprobe signifikant und negativ, was die zunehmenden Schwierigkeiten der europäischen Banken widerspiegelt.

Tabelle2

 

Die Tabellen 3 und 4 weisen die Ergebnisse für die Panel-Regression nach Ländern auf.

Unter den Nicht-Euro-Ländern im Beispiel sind die Banken in Großbritannien am stärksten von der Stresssituation und den wirtschaftlichen Bedingungen in Europa betroffen. Die japanischen Banken sind am wenigsten betroffen. Marktschwankungen sind von Bedeutung für die Banken in den USA, Großbritannien und Japan. Sie ist im Einklang mit der Bedeutung des Investitionsbankwesens in diesen Ländern. Wie erwartet, ist die Aussagekraft der eurozentrischen Makrovariablen in den USA und in Japan viel geringer als bei Banken im Vereinigten Königreich oder im Euroraum.

Unter den Ländern der Eurozone ist der Faktor der Belastung durch Euro-Staatsschulden für die Rendite der Banken sehr wichtig. Dies kann zum Teil auf ihre Auswirkungen auf die Staatsanleihen der Banken zurückgeführt werden. Irland ist hier eine Ausnahme, da irische Banken in der ersten Phase der Krise in Schwierigkeiten gerieten, bevor dies in eine Staatsschuldenkriese Umschwung.

Tatsächlich haben sehr große Kreditausfälle von Banken, deren Auswirkungen auf die Staatsverschuldung durch Garantien, die Irland seinem Bankensektor gewährte, die Staatsschuldenkrise des Landes verschärft. Die Markschwankung ist nur für Banken in Frankreich und Deutschland signifikant, da beide Länder Institutionen mit beträchtlichen Investment-Banking-Aktivitäten beherbergen. Die langfristige Förderung der Anleihen hat für fast alle Länder das erwartete negative Vorzeichen, ist aber aufgrund der hohen Korrelation mit den anderen Variablen unbedeutend.

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*1* Die Einbeziehung einer breiten Palette von verschiedenen Variablen wie z.B verzögerte Variablen, PMI-Abweichungen vom Konsens, Prognosen, der Citi Wirtschaftsindikator und die verschiedenen Finanzierungsmaßnahmen verändern nicht die Aussagekraft des Berichtes, da verschiedene Finanzierungsmaßnahmen stark zu einander in Beziehung stehen. Eine Analyse der Autoren ist auf Anfrage erhältlich.